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(1812/1813) Napoleons Russlandfeldzug

Friedrich I. von Württemberg, König von Napoleons Gnaden, musste Napoleon, wenn auch widerwillig, bei diesem Feldzug mit einer Armee unterstützen.

Anfang März 1812 ließ Friedrich I. in Heilbronn 12 Infanteriebataillone, 4 Reiter-Regi-menter und 2 Artillerie-Batterien bereitstellen. Am 17. März rückte das Kavallerie-Regiment No. 4 (Königsjäger) mit 15800 Mann, 3400 Pferden und 32 Geschützen aus um sich in Norddeutschland mit der „Grande Armee“ zu vereinigen. Die „Grande Armee“ bestand nicht einmal zur Hälfte aus Franzosen. Mit von der Partie waren die Neckarremser Bay und Rösch sowie noch 3 weitere, namentlich nicht bekannte Neckarremser.

Nach der Schlacht von Smolensk am 19. August waren es nur noch 2400 „Königsjäger“. Am 5. September traf unser Johann Wilhelm Rösch, der bis jetzt einen wachsamen Schutzengel gehabt haben muss, mit seinen Kameraden in Borodino ein, wo es am 7. September zu einer weiteren Schlacht kam. Rösch wurde von einer Kanonenkugel ge-troffen und sehr schwer verwundet. Er verstarb noch am selben Tag. Kurz zuvor konnte er einem Kameraden einen Napoleon d´Or (20 Franc in Gold) übergeben, den dieser der Schwester von Rösch, Eberhardine Wilhelmine Rösch, überbringen sollte. Es ist nicht bekannt, ob dieses Goldstück angekommen ist; vermutlich nicht.

Am 14. September marschierten die Reste der „Grande Armee“ in Moskau ein und mussten sich am 18. Oktober wieder zurückziehen (ein großer Teil Moskaus war schon gleich nach der Besetzung abgebrannt).

Wachtmeister Benedikt Peter, der seinen Freund Rösch in der Schlacht von Borodino verloren hatte, hat später seine Erlebnisse niederschreiben lassen. Auch das Ableben von Johann Wilhelm Rösch wird fast im Detail erwähnt. Das Regiment bestand noch aus 6 Unteroffizieren und 12 Reitern, denen allerdings von den Franzosen die Pferde abgenommen wurden, so dass sie sich zu Fuß auf den Heimweg machen konnten. Am 14. Dezember kamen sie an der russischen Grenze (zu dieser Zeit befand sich Napoleon schon wieder in Paris) an und gelangten dann über Frankfurt an der Oder, Leipzig und Würzburg nach Ludwigsburg. Am 15. Februar 1813 wurden sie nur kurz von König Friedrich gemustert. Wie Wachtmeister Peter berichtet, musste er nach nur 4 Wochen Erholung schon wieder in den Krieg ziehen. Napoleon gab keine Ruhe und zwang Württemberg, das zum Rheinbund gehörte, zu einer erneuten Kriegsteilnahme. Diesmal ging es gegen Preußen und Russland. Bereits Ende März konnte das neu aufgestellte „Jägerregiment“ (12000 Mann) Ludwigsburg verlassen. Benedikt Peter hat alle Feld-züge, an denen er teilgenommen hatte, überlebt und konnte seine Erlebnisse später niederschreiben.

Von den restlichen 4 Neckarremsern hat er nichts berichtet. Jedenfalls sind alle ums Leben gekommen, außer Bayh, der krank und in erbärmlichem Zustand in Neckarrems ankam.

 

copyright © Gerhard Bickel Schwaikheim